Unterarm – Die Tortour

Unterarm – Die Tortour

Im Sommer 2018 hatte ich schon ziemliche Probleme mit meinem rechten Handgelenk. Aber wie es so ist (bei mir zumindest), nimmt man seinen Körper bzw Schmerz nicht ganz so ernst und reizt es dermaßen aus, bis es nicht mehr geht.
Angefangen hat der ärztliche Leidensweg am 3. Dezember. Morgens zum Hausarzt und am selben Nachmittag mit einer Überweisung noch beim örtlichen Orthopäden eingekehrt. Gleich geröntgt worden und der erste Befund war, dass sich sich ein Ganglion (sichtbar auch ohne Röntgen) gebildet hat und mein Mondbein sehr wahrscheinlich in Mitleidenschaft gezogen hat. Um genaueres über das Mondbein zu erfahren war dennoch ein MRT notwendig. Am selbigen Tag noch mehrere Kliniken und Radiologien im Umkreis von 50 km angerufen, der nächstmögliche Termin war der 28. Dezember.

Das einzig positive daran war, dass es eine Darmstädter Klinik war… ging also von der Entfernung her. Dass ich mein rechtes Handgelenk nicht mehr benutzen konnte, muss ich ja nicht sagen.
Nachdem ich also vier Wochen warten musste, war es soweit. Nach dem MRT hatte ich noch einen Termin mit dem Chefarzt. Da kam raus, dass mein Mondbein innen aussieht wie ein Schweizer Käse, verursacht durch das Ganglion. Das Ganglion hat sich einen Kanal in den Knochen gebohrt, und die Hohlräume mit Flüssigkeit gefüllt. Dies alles soll nur entstanden sein, weil meine Elle zu kurz ist und dadurch meine Speiche zu viel Druck auf meine Handwurzelknochen ausgeübt hat. Um aber genaueres über das Mondbein zu erfahren, war noch ein CT nötig, um zu sehen ob ich auch Risse außen am Knochen habe. Wieder warten, diesmal aber „nur“ zwei Wochen.


Nach dem CT hatte ich meinen nächsten Termin mit dem Chefarzt und das CT bestätigte alle Befürchtungen, sogar kleine Risse in meinem Kahnbein. Die vorgeschlagene Behandlung sah vor, die Speiche zu verkürzen, das Ganglion zu entfernen und das Mondbein auszuhöhlen und aufzufüllen, mit was weiß ich leider nicht mehr. Nächstmöglicher OP-Termin war der 22. Februar, hieß also, wieder ein bisschen mehr als zwei Wochen warten.
In dieser Zeit hatte ich mich natürlich auf die jetzt doch schwierige OP gedanklich verbereitet. Hieß ja auch, dass sie meinen Unterarm auf der Innenseite und meinen Handrücken öffnen mussten. Am 21. Februar bin ich also zur OP-Vorbereitung bzw. KH-Anmeldung gefahren, was geschlagene 5 1/2 Stunden dauerte. Dort wurde mir bei meinem Abschlussgespräch gesagt, dass sich der Chirurg doch gegen die große OP entschieden hat und wir jetzt nur die Speiche kürzen. Dadurch wird der Druck genommen, und es besteht die reelle Chance, dass sich Mondbein und Kahnbein selbst regenerieren. Das Ganglion würde sich dann auch von alleine verabschieden.
Eigentlich sollte man sich nach so einer Nachricht freuen, habe ich aber nicht. Irgendwie war auch Enttäuschung vorhanden, kam vielleicht weil ich mir Tag für Tag einen Kopf wegen der OP gemacht hat, hatte bekanntlich genug Zeit.
Am 22.02. wurde ich wie versprochen operiert. Nachdem ich fast eine ganze Stunde auf dem Gang lag und andauernd irgendwelche Menschen vorbei liefen, wurde ich endlich an den OP geschoben. Den letzten Rest musste ich laufen. So ein OP ist echt kalt ^^.


Letzte Woche, 07.03., wurden mir endlich die Fäden gezogen, was nicht so ganz einfach war. Habe schon blöd geschaut, wie der Doc sagte „oh, der Nachwuchs durfte nähen“. Hat leider sehr weh getan und so ganz unblutig war die Geschichte auch nicht.
Die nächsten Wochen muss ich nonstop die Armschiene tragen und in gut zwei Wochen für den Armaufbau zum nächsten Spezialisten. Wenn alles so klappt wie die Ärzte sich das vorstellen bin ich Anfang/Mitte Mai wieder einsatzbereit. Sollte sich mein Mondbein nicht regenerieren, werde ich um noch eine OP nicht herum kommen.

4 Gedanken zu „Unterarm – Die Tortour

    1. Das warten ist wirklich frustrierend, das kann ich dir sagen.
      4 Wochen auf einen MRT-Termin ist schon hart, und das obwohl ich in Städten wie Frankfurt/Mainz/Wiesbaden/Darmstadt mir das Ohr blutig telefoniert habe.
      Da frag ich mich, liegt es an unserem Gesundheitssystem?

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